Verdächtige pigmentierte Läsion mit Dermatoskopie, Zusatzdiagnostik und Gewebeentnahme

Dermatologie · Hautkrebsvorsorge und Tumordiagnostik

FachgruppeDermatologie
ThemenbereichHautkrebsvorsorge und Tumordiagnostik
KernpositionenGOÄ-Nr. 1 und GOÄ-Nr. 750
PrüfungManuelle fachliche Prüfung erforderlich
GOÄ-Abrechnung für Verdächtige pigmentierte Läsion mit Dermatoskopie, Zusatzdiagnostik und Gewebeentnahme

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Erkennt malignitätsverdächtige Hautveränderungen, sichert bei Bedarf Gewebe und liefert Ausdehnungsinformationen für vollständige Entfernung und Nachsorge. Die Abklärung umfasst auflichtmikroskopie der Haut (Dermatoskopie), je Sitzung.

Wann ist sie anwendbar?

Bei neuem oder verändertem Hautbefund, auffälliger Dermatoskopie, Risikokonstellation oder histologisch beziehungsweise klinisch begründetem Exzisionsbedarf. Erforderliche Kernleistung: Auflichtmikroskopie der Haut (Dermatoskopie), je Sitzung; sie muss tatsächlich erbracht und dokumentiert sein.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1KernpositionBeratung – auch mittels Fernsprecher
GOÄ-Nr. 5Bedingt / alternativSymptombezogene Untersuchung. Nur symptombezogene Untersuchung.
GOÄ-Nr. 7Bedingt / alternativVollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme. Nur vollständige Untersuchung des Hautorgans.
GOÄ-Nr. 750KernpositionAuflichtmikroskopie der Haut (Dermatoskopie), je Sitzung
GOÄ-Nr. 490Bedingt / alternativInfiltrationsanästhesie kleiner Bezirke. Infiltrationsanästhesie eines kleinen Bezirks.
GOÄ-Nr. 491Bedingt / alternativInfiltrationsanästhesie großer Bezirke – auch Parazervikalanästhesie. Infiltrationsanästhesie eines großen Bezirks.
GOÄ-Nr. 744Bedingt / alternativStanzen der Haut, je Sitzung. Stanzen der Haut, je Sitzung; für eine tatsächlich durchgeführte Punch-/Stanzbiopsie.
GOÄ-Nr. 2401Bedingt / alternativProbeexzision aus oberflächlich gelegenem Körpergewebe (z.B. Haut, Schleimhaut, Lippe). Inzisionale Probeexzision aus oberflächlich gelegenem Gewebe; nicht für eine reine Hautstanze.
GOÄ-Nr. 2403Bedingt / alternativExzision einer in oder unter der Haut oder Schleimhaut liegenden kleinen Geschwulst. Vollständige Exzision einer kleinen Geschwulst.
GOÄ-Nr. 2404Bedingt / alternativExzision einer größeren Geschwulst (z.B. Ganglion, Fasziengeschwulst, Fettgeschwulst, Lymphdrüse, Neurom). Vollständige Exzision einer größeren Geschwulst.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 5

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: exam
GOÄ 7

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: exam
GOÄ 490

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: anesthesia
GOÄ 491

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: anesthesia
GOÄ 744

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: tissue_procedure
GOÄ 2401

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: tissue_procedure
GOÄ 2403

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: tissue_procedure
GOÄ 2404

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: tissue_procedure

Kombinationsregeln und Alternativen

Hinweise zur Kombination

Eine reine Hautstanze ist originär nach Nr. 744 abzurechnen; Nr. 2401 ist der inzisionalen Probeexzision vorbehalten.
Melanozytäre Nävi nicht lasern.
Nur eine zur tatsächlich durchgeführten Gewebeentnahme passende Operationsziffer auswählen.
Technische Risikobewertungssysteme nicht zusätzlich automatisch als Analogposition vorschlagen; die PKV-Stellungnahme 2026 sieht regelmäßig Nr. 750 einmal je Sitzung.

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Basalzell- oder Plattenepithelkarzinom: Diagnostik, Exzision und plastischer Defektverschluss“ sowie „Unklare entzündliche Dermatose mit Stanz-/Probeexzision und mikrobiologischer Zusatzdiagnostik“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Lokalisation, Anzahl oder Fläche, klinischer Befund, Methode und gegebenenfalls Proben- oder Testumfang

GOÄ-Nr. 1: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1

GOÄ-Nr. 750: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 750

Lokalisation, Größe und klinische Merkmale

dermatoskopischer Befund

bei EIS Messwert

Anästhetikum und Bezirk

Art und Umfang der Gewebeentnahme

Histologieauftrag

bei Nr. 744 Stanzdurchmesser, Entnahmestelle und Anzahl der Stanzen

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 5 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Nur symptombezogene Untersuchung.

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Autor des Artikels

Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.