Wundnachsorge – Behandlung einer gestörten Wundheilung, Verband und …
Kinder- und Jugendmedizin · Kleine Eingriffe und Unfallversorgung

Zweck und Anwendbarkeit
Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?
Kontrolliert eine heilende Operations- oder Verletzungswunde, erkennt Dehiszenz beziehungsweise Infektion und entfernt Fäden oder Klammern erst bei ausreichender Wundstabilität. Die Verlaufskontrolle umfasst behandlung einer nicht primär heilenden oder entzündeten/eiternden Wunde und Verband.
Wann ist sie anwendbar?
Nach vorausgegangener Wundversorgung zum befundgerechten Kontroll- beziehungsweise Entfernungszeitpunkt; Wundschluss, Rötung, Sekretion, Schmerz und tatsächlich durchgeführte Verband- oder Fadenmaßnahme sind festzuhalten. Bei Varianten gilt: Nur tatsächlich erbrachte und dokumentierte Kernleistungen ansetzen: Behandlung einer nicht primär heilenden oder entzündeten/eiternden Wunde und Verband.
GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen
| Position | Rolle | Entscheidende Voraussetzung |
|---|---|---|
| GOÄ-Nr. 1 | Bedingt / alternativ | Beratung. Behandlungsfallbegrenzung beachten. |
| GOÄ-Nr. 5 | Kernposition | Symptombezogene Untersuchung. Wundbefund und Umgebung gezielt untersuchen. |
| GOÄ-Nr. K1 | Bedingt / alternativ | Kleinkinderzuschlag. Nur bis zum vollendeten 4. Lebensjahr und unmittelbar zu Nr. 5; einfacher Satz. |
| GOÄ-Nr. 200 | Bedingt / alternativ | Verband. Nicht zusätzlich, wenn der Wundverband Bestandteil einer berechneten operativen Leistung ist. |
| GOÄ-Nr. 2006 | Bedingt / alternativ | Behandlung einer nicht primär heilenden oder entzündeten/eiternden Wunde. Nur bei erfülltem Leistungsinhalt, gegebenenfalls einschließlich Nekrosenabtragung. |
| GOÄ-Nr. 2007 | Bedingt / alternativ | Entfernung von Fäden oder Klammern. Nur bei tatsächlicher Entfernung; Behandlungstag getrennt von der Erstversorgung. |
| GOÄ-Nr. 75 | Bedingt / alternativ | Ausführlicher Bericht. Nur bei eigenständigem ausführlichem Bericht, nicht für normalen Wundverlaufseintrag. |
Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.
Weitere Angaben zu den Positionen
Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen
Davon abzugrenzen sind „Frische Wunde oder oberflächlicher Fremdkörper – Auswahl der zutreffenden Wundversorgungsleistung“ sowie „Akute Gastroenteritis mit Dehydratation – Untersuchung, Elektrolyt-/Glukosekontrolle und gegebenenfalls Infusion“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Dokumentation für diesen Abrechnungsfall
Alter, Entwicklungsstand, Anlass, vollständiger Untersuchungs- oder Beratungsumfang und relevante Fremdanamnese
GOÄ-Nr. 5: Wundbefund und Umgebung gezielt untersuchen.
Wundzustand
Infektionszeichen
Maßnahmen/Nekrosenabtragung
entfernte Fäden/Klammern
Verband
weiterer Verlauf
Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall
1.
GOÄ-Nr. 1 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Behandlungsfallbegrenzung beachten.
Ähnliche Abrechnungsfälle
Maßgeblich bleiben die aktuelle GOÄ, der konkrete Behandlungsfall und die vollständige Leistungsdokumentation.
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Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.
