HPV-Impfberatung mit gynäkologischer Untersuchung, Impfleistung und gegebenenfalls …

Gynäkologie und Geburtshilfe · Vorsorge, Prävention und Kontrazeption

AbrechnungsfallHPV-Impfberatung mit gynäkologischer Untersuchung, Impfleistung und gegebenenfalls weiterer Impfung
FachgruppeGynäkologie und Geburtshilfe
ThemenbereichVorsorge, Prävention und Kontrazeption
KernpositionenGOÄ-Nr. 1 und GOÄ-Nr. 375
Auslagen / Sachkosten1 gesondert zu prüfende Position
PrüfungManuelle fachliche Prüfung erforderlich
GOÄ-Abrechnung für HPV-Impfberatung mit gynäkologischer Untersuchung, Impfleistung und gegebenenfalls weiterer Impfung

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Schützt vor Neuinfektionen mit den im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen und senkt damit das Risiko HPV-bedingter Dysplasien und Karzinome; bestehende Infektionen werden nicht behandelt. Die Behandlung umfasst schutzimpfung (intramuskulär, subkutan).

Wann ist sie anwendbar?

Nach aktuellem Impfstatus und STIKO-Indikation; vor der Impfung sind Kontraindikationen und das altersabhängige Dosierschema zu prüfen, eine gynäkologische Untersuchung ist dafür nicht regelhaft erforderlich. Erforderliche Kernleistung: Schutzimpfung (intramuskulär, subkutan); sie muss tatsächlich erbracht und dokumentiert sein.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1KernpositionBeratung – auch mittels Fernsprecher. Eigenständige Beratung; Nr. 3 nur statt Nr. 1 bei mehr als zehn Minuten und zulässiger Kombination.
GOÄ-Nr. 3Bedingt / alternativEingehende, das gewöhnliche Maß übersteigende Beratung – auch mittels Fernsprecher. Eingehende Beratung über mehr als 10 Minuten; nur in zulässiger Kombination.
GOÄ-Nr. 5Bedingt / alternativSymptombezogene Untersuchung. Symptombezogene Untersuchung, wenn medizinisch erforderlich.
GOÄ-Nr. 7Bedingt / alternativVollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme. Vollständige Untersuchung der weiblichen Genitalorgane einschließlich der nach Leistungslegende erforderlichen Bestandteile.
GOÄ-Nr. 375KernpositionSchutzimpfung (intramuskulär, subkutan) – gegebenenfalls einschließlich Eintragung in den Impfpaß. Parenterale Schutzimpfung einschließlich Dokumentation.
GOÄ-Nr. 377Bedingt / alternativZusatzinjektion bei Parallelimpfung. Nur für eine weitere Impfung in derselben Sitzung zusätzlich zu Nr. 375.
GOÄ-Nr. 250Bedingt / alternativBlutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene. Venöse Blutentnahme nur bei eigenständiger medizinischer Indikation.
GOÄ-Nr. 70Bedingt / alternativKurze Bescheinigung oder kurzes Zeugnis, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Kurze Bescheinigung nur bei eigenständigem Auftrag.
SACHKOSTENAuslage / SachkostenSachkosten. Impfstoff nur als zulässige tatsächlich entstandene Auslage, sofern nicht anderweitig bezogen/abgerechnet.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 1

Kernposition der Kombination

Abrechnungsalternative: consultation
GOÄ 3

Bedingte oder alternative Position

Mindestdauer / Zeitbezug: mehr als 10 Minuten
Abrechnungsalternative: consultation
Behandlungsphase: separate_session
GOÄ 5

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: clinical_examination
GOÄ 7

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: clinical_examination
GOÄ 377

Bedingte oder alternative Position

Wiederholung:
Min: 1
Abhängig von:
375

Kombinationsregeln und Alternativen

Hinweise zur Kombination

Nr. 3 wegen ihrer strengen Nebeneinanderregel nur in einer getrennten Beratungssitzung verwenden.
Nr. 375/377 enthalten die Impfdokumentation.

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Hormonelle Kontrazeption – Erstanamnese oder Risikokontrolle mit gynäkologischer, Mamma- und Laborabklärung“ sowie „Komplexe Entfernung eines Intrauterinpessars mit Ultraschall und gegebenenfalls Hysteroskopie“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Anlass, Schwangerschafts- oder Zyklusbezug, untersuchte Organe, Zugangsweg, Befunde und selbständige Behandlungsschritte

GOÄ-Nr. 1: Eigenständige Beratung; Nr. 3 nur statt Nr. 1 bei mehr als zehn Minuten und zulässiger Kombination.

GOÄ-Nr. 375: Parenterale Schutzimpfung einschließlich Dokumentation.

Impfanamnese und Indikation

Aufklärung, Einwilligung, Impfstoff, Charge, Dosis, Applikationsort und Datum

gegebenenfalls vollständiger Untersuchungsbefund

Tatsächlich verwendete Materialien oder Arzneimittel mit Menge, Kosten und prüffähiger Zuordnung als Auslage

Grund für zusätzliche Blutentnahme oder Bescheinigung

Auslagen und Sachkosten

SACHKOSTEN

Sachkosten. Impfstoff nur als zulässige tatsächlich entstandene Auslage, sofern nicht anderweitig bezogen/abgerechnet.

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 3 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Eingehende Beratung über mehr als 10 Minuten; nur in zulässiger Kombination.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.